
NaturVision - Preisträger 2009
Bester Internationaler Film
Mythos Wald
Jan Haft, NDR Naturfilm
Es ist eine vertraute Welt – die wir so noch nie gesehen haben. Ein Film, der uns eine neue Sicht eröffnet in ein Universum, das wir zu kennen glaubten: den Wald in der Mitte Europas. Mythos Wald erzählt uns Tier- und Pflanzengeschichten. Nein! Er erzählt nicht, er ergreift, fesselt und bewegt uns – mit den Mitteln der Kamera, einer hervorragenden Schnittdramaturgie, packendem Sound, einem präzisen Text und einer kunstvoll eingesetzten Musik.
Ein Film, wie ein Kunstwerk. Seine Elemente sind wie in einer Partitur zusammengefügt zu einer Komposition, in der keine Note grundlos neben der anderen steht.
Perfekt gestaltet, dabei informativ und unterhaltsam – für die Jury war es der beste Film dieses Festivals.
2. Preis
Elephants without Borders
Mike Holding, Afriscreen/BBC
Die größten landlebenden Säugetiere der Welt ziehen uns Menschen immer wieder in ihren Bann. Und so wurden schon viele Elefanten-Filme gemacht: Wissenschaftliche Dokumentationen, klassische Naturfilme, rührende Tier- und erschütternde Naturschutz-Geschichten. „Elephants without Borders“ ist grenzübergreifend, nicht nur im Titel. Ein gleichzeitig politischer, wissenschaftlicher und ergreifender Film über die Elefanten im südlichen Afrika.
Die Jury lobt die gelungene Erzählweise über einen sympathischen und qualifizierten Protagonisten, dessen inniges Verhältnis zu den Elefanten für den Zuschauer spürbar wird. Hochwertige Flugaufnahmen sind nicht nur Schmuckwerk, sondern helfen, wissenschaftliche Zusammenhänge zu erklären – eingebunden in einen Film in gewohnt hoher BBC-Qualität.
Bester Deutscher Film
dotiert mit 3000 Euro, gestiftet von der LfA Förderbank Bayern
Wildes Russland – Die Serie
verschiedene, NDR Naturfilm
Unendliche Weiten… ein Fass ohne Boden… wildes Russland!
Russland ist 47mal so groß wie Deutschland. Doch nicht nur aufgrund seiner schier unbegreiflichen Größe haben die großen Naturfilm-Produzenten der Welt lieber ihre Finger von diesem Land gelassen:
In Russland zu arbeiten und zu drehen ist bis heute ein unkalkulierbares Wagnis. Die Entschlossenheit des NDR Naturfilms hat uns die 6teilige Serie „Wildes Russland“ geschenkt.
So haben wir Russland noch nie gesehen. „Wildes Russland“ ist die erste moderne Naturdokumentation über das größte Land der Erde – und das bisher aufwändigste Projekt seiner Art in Deutschland. Dem NDR Naturfilm ist eine Serie auf höchstem, internationalen Niveau gelungen: Die Jury würdigt die Aufsehen erregenden Aufnahmen seltener Tiere und atemraubender Landschaften. Der Preis gilt allen sechs Folgen der Reihe.
2. Preis
„Das Abenteuer“
Heiko de Groot, NDR Naturfilm
„Wildes Russland – Das Abenteuer“ erzählt die Geschichten, die sich während der Dreharbeiten zur Serie hinter der Kamera abgespielt haben. Die Jury lobt die besondere Nähe und Intensität dieses
„Making Of’s“, das beweist: Diese exzellenten Tierfilmer sind auch exzellente Geschichten-Erzähler – 2.Preis für diesen Film.
Beste Kamera
Mythos Wald
Jan Haft, NDR Naturfilm
Die Kamera als dramaturgisches Werkzeug, das ist ungewöhnlich im Naturfilm: Erst schwebt sie über dem lichten Kronendach, dann seilt sie sich auf den Grund des Waldes, um schließlich einzutauchen ins Zwielicht der Kellerräume. Eine Kamera, die nicht einfach zeigt, sondern uns teilhaben lässt am Geschehen: Sie lässt uns mit Blumen beschwingt tanzen, mit jungen Wildschweinen quirlig herumsausen und nimmt uns mit in den Mikrokosmos, wo wir die Gewalt der Regentropfen zu spüren bekommen. Nein, diese Kamera beobachtet nicht, sie zieht uns in ihren Bann und bewegt uns.
Der Magie dieser Kamera haben wir uns nicht entziehen können, deshalb „Beste Kamera“ für Jan Haft und seine Kollegen in „Mythos Wald“.
2. Preis
Das Havelland
Christoph Hauschild, NDR Naturfilm
Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland kennen dank Theodor Fontane selbst in Bayern viele Menschen. Aber nur wenige werden zuvor den Reiz verspürt haben, eine Region wie das Havelland, in der es kaum einen Hügel gibt, zu besuchen. Eine Landschaft ohne Berge so zu verzaubern, dass selbst ein Bayer Lust bekommt, sie zu bereisen, das leistet dieser Film. Liebevoll setzt die Kamera die Landschaft ins richtige Licht und schüttet ein Füllhorn kleiner Tiergeschichten aus.
Dieser Film zeigt, dass nicht immer die spektakulären Naturparadiese bereist werden müssen, um einen optisch opulenten Film zu gestalten.
Beste Story
Wölfe auf dem Vormarsch
Holger Vogt, NDR Naturfilm
Eigentlich schreiben die Wölfe ihre Geschichte selber – so erscheint es dem Zuschauer zumindest auf den ersten Blick. Doch weit gefehlt: Die Protagonisten dieses Filmes – die Wölfe, ihre Freunde, ihre Feinde – sind hier geschickt verwoben zu einer spannenden Geschichte, die präzise geschrieben und auf einer manchmal surreal erscheinenden Bühne aufgeführt wird: einem Truppenübungsplatz, vor hohen Kraftwerkschloten. Hier haben ein paar Wölfe Fuß gefasst, und um sie herum liegen Dörfer, in denen man den Menschen einzureden versucht, sie müssten sich vor den Neuansiedlern fürchten.
Dabei wirken die Wölfe in der Oberlausitz so gar nicht wie der große böse Wolf – auch wenn die Tiere des Waldes (und vielleicht auch einige Schafe) guten Grund haben sie zu fürchten. Klar, dass die Verfasser mancher Schlagzeile selbst nicht glauben, was sie da getextet haben – aber dass es immer noch Menschen gibt, die nicht nur das Märchen vom Bösen Wolf für bare Münze nehmen, sondern gleich die Bedrohung Mitteleuropas an die Wand malen, hätte kaum einer sich träumen lassen, wenn Holger Vogt einen der Wolfshetzer nicht selbst hätte zu Wort kommen lassen.
2. Preis
Yak!
Jan Kerckhoff, BR
Wenn eine Herde hitzköpfiger Rinder mit ein paar Menschen den Himalaya durchqueren will, klingt allein das schon nach Abenteuer. Doch wie so oft ist es die Geschichte hinter der Geschichte, die den Zuschauer mitnimmt: In diesem Film ist es die außergewöhnliche, manchmal ruppige Liebesgeschichte zwischen Mensch und Tier.
Dem klassisch dramaturgischen Ansatz einer Bergwanderung folgend, erzählt dieser Film auf einfühlsame Weise von der Beziehung zwischen den Bergbewohnern und ihren Rindern – der Wechsel außergewöhnlicher Bild- und Erzählperspektiven macht die Reise der Yaks spannend und interessant.
Filmpreis Bayern
dotiert mit 2000 Euro, gestiftet vom FilmFernsehFonds Bayern
Yak!
Jan Kerckhoff, BR
Der Filmpreis Bayern geht an einen in Bayern ansässigen Autor, für einen vom Bayerischen Rundfunk produzierten Film, der – wie sollte es anders sein – auf einer Alm in den Bergen spielt. Willkommen beim Heimatfilm im tiefsten Himalaya!
Der Jury gefällt die reportagig, mit Liebe fürs Detail gedrehte Reise durch den Himalaya. Der Autor gewährt einen innigen Einblick in das Leben der Bergbewohner, indem er die besondere Beziehung der Menschen zu ihren Haustieren thematisiert.
2. Preis
Im Land der Höhlen, Felsen und Falken – Die Fränkische Schweiz
Jürgen Eichinger, Jürgen Eichinger Film
„Noch nie zuvor gefilmt“, „atemraubend“ und „extrem selten“: Das sind die Attribute, mit denen sich Naturfilme gerne schmücken. Dass jedoch nicht nur Superlative sehenswert sind, beweist dieser Film über die Fränkische Schweiz – und macht neugierig auf einen kleinen Landstrich in Bayern, der außerhalb der Landesgrenzen so gut wie unbekannt ist. Das könnte sich nun ändern…
Die Jury würdigt dieses Regionalporträt mit seinen vielen ansprechenden Tiergeschichten. Die Idee, einen Tagesablauf als roten Faden im Film zu wählen, ist gelungen: Von Sonnenauf- bis -untergang eine hochwertige Naturdokumentation über die Fränkische Schweiz.
Sonderpreis der Jury
Jagdzeit
Angela Graas, Leykauf Film/BR
Ein Sonderpreis ist kein Sonder-Angebot, sondern er ist ein besonderer Preis - für einen besonderen Film.
Die Jury des Festivals hat viele hochwertige Filme gesehen, in denen die Beobachtung der Natur und der Tierwelt im Mittelpunkt stehen: opulente Bilder, faszinierende Landschaften, Natur wie im Bilderbuch.
In dem Film, den wir heute mit dem Sonderpreis der Jury geehrt haben, geht es natürlich auch um die Natur, aber vor allem um die Menschen, die sich für sie stark machen, mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln.
Der preisgekrönte Dokumentarfilm ist eine Langzeitbeobachtung eines Greenpeace-Teams im Kampf gegen den illegalen Walfischfang eines japanischen Schiffs. Der Film gewährt einen einzigartigen, packenden, emotionalen Einblick ohne Larmoyanz in eine Welt, in der sich zwei Fronten gegenüberstehen, auf hoher See.
Mit der Verleihung dieses besonderen Preises will die Jury Farbe bekennen und Flagge zeigen für den Tier-und Naturschutz.
Bester Film im Kinderprogramm
Willi wills wissen – Wie schlau sind Tiere?
Martin Tischner, BR
Bevor es an die Bewertung der Filme fürs Kinderprogramm ging, dachten die Jurymitglieder, sie seien endgültig raus aus dem Kinderfilm-Alter … Doch selten hat es ihnen so viel Spaß gemacht, einen Film für Kinder zu schauen. Man könnte auch sagen: Willi hat sie alle bezirzt!
Die Jury würdigt „Willi will’s wissen“ als sehr erfrischendes und zugleich informatives Kinderprogramm. Wissenswertes wird anschaulich dargestellt. Vor allem aber besticht die Sendung durch Willi, den äußerst sympathischen und immer natürlich wirkenden Moderator.
2. Preis
Löwenzahn: Streuner auf samtigen Pfoten
Marc Andreas Borchert, ZDF
Kinder – Erwachsene übrigens auch – bekommen gerne Geschichten erzählt. Mit Fuchs, der Hauptfigur in Löwenzahn, spielen Kinder in der Geschichte begeistert mit. Doch Achtung: Falls Ihre Kinder bisher noch nicht auf die Idee gekommen sind, sich eine Katze zu wünschen – nach diesem Film werden sie es tun. Dafür aber auch ganz genau wissen, was so ein Stubentiger alles braucht. Löwenzahn ist ein Klassiker. Und was viele Eltern schon als Kinder an der Sendereihe liebten, zeichnet sie bis heute aus: Eine freundlich erzählte Rahmengeschichte, gespickt mit vielen aufschlussreichen Informationen für Kinder – und ohne erhobenen Zeigefinger!
Preis der Jugendjury
Tableau Vivant of a better world
Marián Polák, Czech Television
Wie jedes Jahr gibt es einen Preis zu verleihen für einen der nominierten Filme über Landschaft, Mensch und Tier. Die Entscheidung war schwer, letztendlich aber haben wir uns für einen einzigartigen und tiefgründigen Film entschieden.
Der Film „Tableau Vivant of a better World – Das lebende Bild einer besseren Welt“, gedreht von Marián Polák zeigt das Leben eines seltsamen Mannes und vermittelt gleichzeitig, wie der Mensch in einer hochtechnisierten Welt in Symbiose mit der Natur, arm an materiellen Gütern, trotzdem voll von Zufriedenheit und Glück leben kann. Landschaften bieten für jeden, gleichgültig welchen Ursprungs und welcher Vorgeschichte, ein Zuhause – und dieser Film ist ein gelungenes Beispiel dafür.
Publikumspreis
Im Bann der Pferde – Marokko
Lisa Eder, Filmquadrat.dok/SWR/Arte
Unser Publikum hat seinen Favoriten gewählt.
Fotos Festival 2009


Klimafreundliche Anreise
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