NaturVision - Preisträger 2011
Großer NaturVision-Filmpreis
ausgestattet mit 3000 Euro durch die LfA Bayern
Pride in Battle
Graeme Duane, an Earth-Touch production
Dieser Film von Graeme Duane und Stefania Muller aber ist anders: Er erlaubt einen tiefen Blick ins Leben eines Löwenrudels über ein ganzes Jahr hinweg. Tierverhalten, wie man es so berührend noch nie gesehen hat – und eine spannende Geschichte, die einen in ihren Bann zieht. Die Bilder aus der Kamera von Brad Bestelink sind stets auf Augenhöhe mit den Löwen - ganz nah dabei, aber nie blutrünstig.
Kein beschönigender Film, vielmehr ein Werk, in seiner epischen Wahrhaftigkeit großartig und atemberaubend zugleich.
2. Preis
The Broken Moon
Marcos Negrão und André Rangel, Enigma Filmes
Zwischen Schnee- und Geröllfeldern schleppt sich ein alter Mann dahin. Seine Welt im fernen Himalaya bricht zusammen. Trockenheit lässt das Futter für das Vieh schwinden, erhöhte Sonneneinstrahlung nimmt den Menschen das Augenlicht.
Ein archaisches Drama nimmt seinen Lauf. Der alte Mann zieht als Bettler in die Stadt, überlässt seinem Sohn die Herde und zwingt ihn so, gegen seinen Willen, die Tradition aufrecht zu erhalten.
Ein Doku-Drama im besten Sinne. Es wird klar, dass die Protagonisten völlig unschuldig an den tragischen Ereignissen sind, denn ihre Lebensweise führt sicher nicht zu Klimawandel und erhöhter UV-Strahlung.
Die in hohem Maße authentische Dokumentation von Marcos Negrao und André Rangel führt uns in eine Bergwelt erhabener Schönheit, die zur Bühne für eine Tragödie wird. Einer Tragödie, exemplarisch für viele andere, an der wir alle mitschuldig sind.
Beschämend und parabelhaft.
Bester deutscher Film
Wildes Skandinavien – Finnland
Oliver Goetzl, NDR Naturfilm
Der Zuschauer wird in ein bezauberndes Finnland entführt, in eine faszinierende Bilderwelt des wilden Lebens im Norden Europas.
Er wird Zeuge von sich brummend liebenden Bären, von kühnen Sprüngen der Schellenten-Küken aus ihren hoch gelegenen Nestern und vom Wasser-Ballett der Sterntaucher.
Ein Kaleidoskop herrlicher Naturbilder und Tiergeschichten, im Rhythmus der Jahreszeiten.
2. Preis
Reihe „Wildes Deutschland“
Christoph Hauschild, Jan Haft, Thoralf Grospitz, Jens Westphalen, Klaus Weissmann
Arte, BR, NDR Naturfilm, WDR
Wildnis in Deutschland? Wo doch hierzulande die Landschaft aus Feldern, Wiesen und Forsten besteht? Die Reihe beweist das Gegenteil.
Vom Berchtesgadener Land über den Schwarzwald, die nordfriesische Wattlandschaft, Vorpommerns Küste bis zum Spreewald wurden Landstriche in Deutschland gefunden, in denen Auerhahn und Co. noch Lebensräume finden und Eigenart im besten Sinne erhalten blieb.
Die makellose Schönheit der Bilder unterstreicht, dass es sich lohnt, diese Lebensräume in ihrer Vielfalt zu erhalten. Auch wenn Konflikte im Verhältnis zwischen Mensch und Natur wenig thematisiert werden, bleibt diese Botschaft doch sehr klar.
Den Filmemachern Christoph Hauschild, Jan Haft, Thoralf Grospitz, Jens Westphalen und Klaus Weissmann ist eine glanzvolle Reihe gelungen, in der jedes dieser Naturparadiese in seiner Einmaligkeit präsentiert wird.
Filmpreis Bayern
ausgestattet mit 2000 Euro durch den FFF Bayern
Wildes Deutschland – Die Berchtesgadener Alpen
Jan Haft, BR
Die Berchtesgadener Alpen - ohnehin ein Kleinod der bayrischen Landschaft - noch weiter zu veredeln und zu adeln, das gelingt nur Jan Haft in seiner unverkennbaren gewaltigen Bildsprache: unvorhersehbar und überraschend, mit atemberaubenden Zeitraffern über Höhen und Täler, Starauftritten von Ödlandschrake und Weberknecht inszeniert er eine reine Augenweide – musikalisch verwebt mit himmlischen Jodeltönen, einer Musik, die den Bildern zu entspringen scheint – hier erblüht ein Stück Bayern vom Allerfeinsten.
2. Preis
Fischotter – Kluge Schwimmer
Markus Schmidbauer, BR
Ein sehr liebevoller, vergnüglicher und informativer Film, der uns den unter Schutz stehenden Fischotter als cleveren und äußerst begabten Wasserbewohner vorstellt und näherbringt.
Der Film schafft Faszination für dieses vielen Menschen unbekannte Tier, in unserer Nachbarschaft.
Es freut uns besonders, dass im Film beschriebene Projekt, welches im Nationalpark Bayerischer Wald verortet ist, auszeichnen zu dürfen.
Sonderpreis der Jury
Die 4. Revolution – Energy Autonomy
Carl-A. Fechner, fechnerMEDIA
„Freie Energie für alle!“ lautet das Motto dieses Dokumentarfilms. Und damit ist alles gesagt: Der Film ist ein politisches Statement, er hat eine Botschaft.
Es war nie die Absicht des Regisseurs, einen ausgewogenen Film zur Energiewende zu machen.
Der Film diskutiert keine Einwände, wägt nicht ab.
Im Gegenteil: Der Zuschauer sieht alles durch die rosa Brille derjenigen, die sich für die Erneuerbaren Energien einsetzen. Und damit Geld verdienen.
Die Jury hat all das nicht davon abgehalten, den Film mit einem Sonderpreis auszuzeichnen.
Denn warum sollte in Zeiten von Fukushima, Energiewende und Klimawandel ein Film nicht mit den gleichen Mitteln „zurückschlagen“ dürfen, mit denen sonst Industrie- und Werbefilme arbeiten? Nämlich mit Hochglanz-Ästhetik und gewollter Einseitigkeit?
Beste Kamera
Ungarn – Wildnis zwischen Donau und Theiß
Jan Henriksson, NDR Naturfilm
Der Film „Ungarn – Wildnis zwischen Donau und Theiß“ berichtet in beeindruckenden Bildern von der Naturvielfalt Ungarns, seinem Reichtum an Tieren und wassernahen Lebensräumen, mit Bildern die sich einprägen und hängenbleiben.
Erfüllt vom Wind des Ostens erzählt er in langsamen, oft stillen und einfühlsamen Bildern von Kulturlandschaften, archaischen Lebensformen und faszinierenden Naturräumen.
Starke Bilder von einer teilweise mythischen und fremdartigen Welt, die neugierig machen.
2. Preis
Fledermäuse – Warte, bis es dunkel wird
Dietmar Nill, Brian McClatchy, WDR
Dieser Film bietet nie gesehene Aufnahmen von jagenden Fledermäusen. Souverän wurden die Probleme der nächtlichen Dunkelheit gelöst.
Staunend folgen unsere Augen der hervorragenden Kameraarbeit:
Fledermäuse verfolgen, umschweben, um flattern und erbeuten Nachtfalter. Neue Blicke in eine düstere Welt!
Beste Story
Jaguar – Heimlicher Jäger hautnah
Christian Baumeister, NDR Naturfilm
Eine packend erzählte Story über die Suche nach einem Phantom.
Und die Kamera von Tierfilmer Christian Baumeister erzählt mehr - auch die kleinen Geschichten aus der geheimnisvollen Welt des Pantanal im Süden Brasiliens, dem Reich der größten Katze dieses Kontinents.
Die Story dieser schwierigen Suche ist authentisch und lässt den Zuschauer nicht mehr los.
Ist es die Faszination der mächtigen Raubkatze oder identifiziert man sich mit dem Filmemacher, der, wie im Leben, anfangs immer etwas zu spät kommt, bis ihm letztendlich einmalige Aufnahmen einer erfolgreichen Jagd und dem Kampf des Jaguars mit seiner wehrhaften Beute gelingen.
Weltklasse Naturfilmfotografie in einer spannenden Erzählung.
2. Preis
Facing the Storm: Story of the American Bison
Doug Hawes-Davies
Der Film „Facing the Storm“ nimmt sich mit der Geschichte des Amerikanischen Bisons eines sehr komplexen Themas an. Er schafft die Balance zwischen den historischen Zusammenhängen, der kulturellen Bedeutung dieses Tieres für die nordamerikanischen Ureinwohner sowie der Faszination und magischen Kraft dieser Tiere. Er zeichnet die dramatische Verknüpfung zwischen dem Untergang der Büffel, der Prairielandschaften Nordamerikas und der Indianer auf, den verzweifelten Kampf einiger Weniger gegen ihre Vernichtung sowie der Ignoranz in großen Teilen der Bevölkerung, die bis in die Gegenwart reicht.
Er schafft Respekt für diese faszinierenden Tiere und ihrer gesellschaftlichen Dimension, in einer ganz besonderen Vielfalt und Genauigkeit der filmischen Mittel und in dabei immer einprägsamen, starken Bildern.
Umwelt- und Nachhaltigkeitsfilmpreis
The Eagles Return – Ireland´s Lost Birds Fight Back
John Murray
Der Film über die Wiederansiedelung von Seeadler, Steinadler und Rotem Milan in Irland ist ein spannendes Abenteuer, illustriert mit erstklassiger Naturfilmfotografie.
Zeitlupenaufnahmen von mystischer Erhabenheit - man könnte ewig zusehen!
Dass dieser Artenschutz-Film verfängt, ist aber auch der Verdienst kühner Biologen, die einen sofort ans Herz wachsen: Unprätentiös und locker, aber fest ihr Ziel im Blick, die Greifvögel wieder in ihr angestammtes Land zurückzubringen.
Doch der Weg zum Erfolg ist bekanntlich steinig und schwer, besonders in Irland.
So ein Film als Teil einer landesweiten Artenschutzkampagne - besser geht`s nicht.
2. Preis
die story: Verdienen, verheimlichen, verschmutzen – BP und das Ölleck
Volker Barth
Monatelang strömte das Öl aus dem explodierten Bohrloch im Golf von Mexiko. Diese Doku zeigt die Folgen: für das Meer, für die Menschen, für die Krabben.
Denn längst hat nicht nur die schwarze Pest ihre Schäden hinterlassen, sondern vor allem das Ölbekämpfungsmittel Correxit.
In klarer Sprache wird berichtet, wie BP droht, knebelt, lügt.
Gut recherchiert und geradlinig erzählt hat diese Story alles, was sie zu einer aufrüttelnden Umwelt-Story macht.
Expedition Abenteuer
Expedition 50° - Auf dem Breitengrad der Extreme: Kamtschatka
Felix Heidinger, BR
Was haben die verschneiten, rauchenden Vulkanschlote Kamtschatkas gemeinsam mit Mainz – ja, mit der Stadt Mainz in Rheinland-Pfalz? Es ist eine unsichtbare Linie, die beide verbindet – der 50. Breitengrad. Eine schlaue Filmidee für eine Expedition, Abenteuer sind vorprogrammiert. Denkt man…
Doch die Geschichte, die sich auf Kamtschatka entspinnt, wird eine ganz andere: Plötzlich treten die Expedition und das Filmteam in den Hintergrund, selbst die atemberaubenden Filmaufnahmen der mächtigen Kamtschatka-Bären erscheinen relativ – im Verhältnis zur Geschichte ihres Rangers, der seit Jahrzehnten auf Tuchfühlung mit den Bären in der Wildnis lebt. Der Beschützer der Bären erzählt es selbst: Einst war er ihr schlimmster Feind, als Jäger erschoss er unzählige Tiere. Ein aufrüttelndes Geständnis, das das Verhältnis zwischen Mensch und Natur in neues Licht rückt – selten hat eine Expedition so bewegt.
Filmemacher Felix Heidinger ist ein außerordentlicher Film gelungen – herausragend in der Reihe Expedition 50°!
2. Preis
Einen zweiten Preis hat die Jury in diesem Jahr in der Kategorie „Expedition Abenteuer“ nicht vergeben.
Bester Beitrag im Kinderprogramm
Julius wird Bienenkönig
Petra Bertram, MDR
Als Julius ein Bienenvolk in seine Obhut nimmt, spürt er, wie schwer die Verantwortung wiegt, für ein Bienenvolk sorgen zu müssen.
Wir bangen mit Julius mit, einem sympathischen, liebenswerten Jungen, der seine neue Aufgabe nicht leicht nimmt.
Ganz nebenbei und mit leichter Hand vermittelt der Film viel Wissen über Bienen und lässt uns miterleben, wie Julius die Herausforderung meistert.
Am Ende erntet er nicht nur etliche Kilo Honig. Er ist in jeder Beziehung reicher geworden – ein wahrer Bienenkönig.
Unaufgeregt natürlich und liebenswert – hervorragendes Kinderprogramm.
2. Preis
Die Sendung mit der Maus – Im Märzen der Bauer ... Ein Jahr mit Armin
Jan Marschner, WDR
Ein trostlos brauner Acker; kauende Kühe, die im Stall rum stehen und ein Bauer, der sich morgens erst mal vor den Computer hockt – so sieht er aus, der Frühling auf dem modernen Biobauernhof.
Eigentlich total unromantisch – kämen da nicht die Sendung mit der Maus – und damit auch Armin – ins Spiel.
Humorvoll und hinreißend erzählt führt Armin durchs ganze Bauernjahr.
Eine handwerklich gut gemachte Reportage voller Informationen und wissenswerter Details, die dank des genialen Erzählers mit spielerischer Leichtigkeit daher kommt – preisverdächtig!
Nachwuchs- und Amateurpreis
ausgestattet mit einer Schnittsoftware von Avid Technology GmbH
In der Kategorie „Nachwuchs- und Amateurpreis” vergibt die Jury dieses Jahr keinen ersten Preis – denn keiner der in dieser Kategorie eingereichten Filmbeiträge erschien den Jurymitgliedern in seiner Machart und Bildsprache herausragend.
2. Preis
Hamadzayn Chem – Do you approve killing them?
SunChild Eco-Club Yerevan
Die Jury war sich schnell einig bei der Vergabe dieses Preises – an einen Film von Studenten aus Armenien, der aufwühlt: mit packenden Bildern, so real, dass das Hinschauen weh tut.
Es geht um das Schicksal der streunenden Hunde auf den Straßen der armenischen Hauptstadt Jerewan – ohne Schönmalerei, ohne filmischen „Schnickschnack“.
Was ist besser – die Hunde erschießen oder sie ein jämmerliches Dasein im Käfig fristen lassen?
Die Antwort auf die Frage beantwortet der Film eindeutig, aber nicht einseitig. Ein ungewöhnlicher Beitrag, entstanden mit viel Engagement, das die Auszeichnung unterstützen soll.
Publikumspreis
Unser Publikum hat seinen Favoriten gewählt: Der Publikumspreis geht an Herbert Ostwald für den Film "Affenalarm – Die Pavianpolizei am Tafelberg".
Eindrücke aus 10 Jahren NaturVision
- Flash ist Pflicht!
Eindrücke von NaturVision 2011
Klimafreundliche Anreise
Visit us on Facebook













