NaturVision

NaturVision - Preisträger 2010

Großer NaturVision-Filmpreis

ausgestattet mit 3000 Euro durch die LfA Bayern

In diesem Jahr gibt es zwei Filme, die mit dem Großen NaturVision-Filmpreis ausgezeichnet werden. Die Jury war sich sehr schnell einig, dass sowohl der Film  „Rift Valley, Folge 1 – Im Paradies der Tiere“  von Harald Pokieser als auch der Film „Das Kornfeld – Dschungel für einen Sommer“ von Jan Haft ganz oben auf dem Siegertreppchen stehen müssen.

Rift Valley – Im Paradies der Tiere

Harald Pokieser, ORF Universum

Es ist eine der spannendsten Regionen unserer Erde. Sie liegt weit im Osten Afrikas. Mitten im afrikanischen Kontinent entsteht seit 35 Millionen Jahren ein Tal, das durch seine geologische Aktivität etwas ganz Besonderes ist. Hier teilt sich ein ganzer Kontinent unmerklich, langsam im Laufe der nächsten Hundert Millionen Jahre.
Es sind gerade diese geologisch besonders aktiven Areale, die für die Tierwelt etwas Außergewöhnliches schaffen. Unzählige Tierfilmer haben sich hier bereits ausprobiert. Und viele besondere Werke wurden geschaffen. Wir denken natürlich sofort an unseren großen Herrn Grzimek, der mit „Serengeti darf nicht sterben“ 1960 gar den Oscar gewann.
Begründung:
Die Messlatte liegt hoch und um sie zu überspringen musste ein ganz Großer seines Faches ran. Harald Pokieser hat mit seinem Rift Valley etwas Beeindruckendes geschaffen. Außergewöhnliche Flugaufnahmen im direkten Zusammenspiel mit großartigen Tierszenen. Atemberaubende Sprints von afrikanischen Katzen auf der Jagd und zwar so, als sei man live mit dabei. Ja man sieht das gerne und von diesem Film kann man gar nicht genug bekommen.
 

Das Kornfeld – Dschungel für einen Sommer

Jan Haft, BR

Aber auch jenseits von Afrika kann ganz großes Natur-Kino stattfinden – auf einem Kornfeld.
Der Film gewährt uns tiefe Einblicke in das Familienleben eines Feldhamsters, in das Treiben einer Mohnbiene, in das Wachsen und Werden eines Ackerschachtelhalms. Vorgänge, die wir in konventionell bewirtschafteten Feldern gar nicht mehr beobachten können und so überrascht feststellen, wie viel Leben im „Dschungel für einen Sommer“ möglich ist. Und vor allem: Wie faszinierend es ist!
Begründung:
Eine mit allen technischen Raffinessen arbeitende Kamera; ein Schnitt, der uns bald im Galopp, bald im Schritt über das Kornfeld führt; eine Recherche- und Geduldsleistung, die man nur ahnen kann, so leicht und spielerisch erzählt der Film seine Geschichte. Dazu ein pointierter Text und eine sparsam, aber wirkungsvoll eingesetzte Musik. Die Jury sagt: Bravo!

2.Preis

Kluge Pflanzen

Volker Arzt, WDR

Wald und Feld als Tatort: Das Grünzeug mordet, lügt, lockt und beschäftigt sogar Auftragskiller. Naturfilmer Volker Arzt hat einen Krimi über Pflanzen gedreht. Mitwirkende sind: Orchidee, Kannenpflanze, Mimose und Tabak. Die Makroaufnahmen bringen es ans Licht: Tausende hungrige Termiten nehmen Kurs auf eine  Kannenpflanze mit verführerisch grünem Kelch. Am Ziel rutschen die Insekten vom glitschigen Rand des vermeintlichen Leckerbissens und stürzen in den dunklen Schlund, der angefüllt ist mit tödlichem Verdauungssaft und zappelnden Artgenossen. Pflanzen sind ja nicht gerade ein reißerisches Thema. Aber ist es etwa kein Krimi, wenn die Tabakpflanze beinahe Opfer einer gefräßigen Raupen-Armada wird und in letzter Sekunde einen Hilferuf aussendet, einen Duft, der den Feind des Feindes anlockt - einen Auftragskiller sozusagen.
Begründung:
Mit seinem Film eröffnet der Wissenschaftsjournalist Volker Arzt eine neue, spannende Sicht auf die Pflanzen, ihre Klugheit und ihre verblüffenden Fähigkeiten. Spätestens nach diesem Film kann keiner verleugnen, dass Pflanzen äußerst lebendig sind und Fähigkeiten haben, die wir ihnen gar nicht zutrauen.

 


Bester deutscher Film

2.Preis

Wildes Japan – Schneeaffen und Vulkane

Thoralf Grospitz und Jens Westphalen, NDR

Japan, ein Inselreich voller Gegensätze. Megastädte wie Tokio auf der einen und abgelegene, dünn besiedelte Bergtäler auf der anderen Seite. Selten sind die Unterschiede innerhalb eines Landes so groß wie in Japan, das sich über 3000 Kilometer von Nord nach Süd erstreckt. In den Japanischen Alpen auf der Hauptinsel Honshu leben Makaken. Keine andere Affenart hat sich soweit in den kalten Norden vorgewagt wie sie. Während sich der Winter auf Honshu langsam verabschiedet, herrschen auf Hokkaido noch sibirische Temperaturen. Zu dieser unwirtlichen Zeit beginnen die seltenen Mandschurenkraniche ihre extravaganten Balztänze und große Gruppen von Riesenseeadlern gehen zwischen den Eisschollen am Meer auf Fischfang.
Begründung:
Mit opulenten Bildern in HD Qualität portraitieren die Naturfilmer Grospitz und Westphalen  ein Japan mit atemberaubenden Landschaften und seltenen Tieren. Eine spektakuläre Reise ins Wilde Japan – die wahrlich preiswürdig ist!

 


Beste Kamera

Das Kornfeld – Dschungel für einen Sommer

Jan Haft, Kay Ziesenhenne, Felix Pustal, BR

Das Kornfeld - nur eine Fläche vom Menschen geschaffen, um darauf Getreide anzubauen? Oder ein geheimnisvoller Lebensraum für Tiere und Pflanzen? Mit seinem Film "Das Kornfeld – Dschungel für einen Sommer" entführt Jan Haft den Zuschauer mit spektakulären Bildern – in einen wenig beachteten Lebensraum direkt vor unserer Nase. Erst wenn wir Äcker ohne Gift bewirtschaften, können sie zu einem wertvollen Lebensraum für die unterschiedlichsten Tiere und Pflanzen werden. Dann gedeihen Ackerlichtnelke, Kornblume, Feldhase, Feldhamster, Feldmaus und viele andere Spezialisten.
Begründung:
Was den Film so besonders, so preiswürdig macht, ist die ausgefeilte, außergewöhnliche Kameratechnik. Mit  dem Einsatz von Kränen, Spezialoptiken, Zeitraffer- und Flugaufnahmen und vielem mehr, kreiert Jan Haft Bilder, die die oft verborgene Schönheit der Natur eines Kornfelds vor unserer Haustür überhaupt erst sichtbar machen. Wir sind überzeugt, dass alle, die den Film gesehen haben, beim nächsten Spaziergang Kornfelder mit ganz anderen Augen betrachten werden.

2.Preis

Into the Dragon’s Lair

Damon Foster und Craig Foster, NHU Africa

Die Geschichte ist schnell erzählt. Didier Noirot – ein Unterwasser-Kameramann – träumt davon einmal mit einem Nilkrokodil zu tauchen, um es zu filmen.
Dazu muss man wissen: Nilkrokodile haben wenig Humor und sind im Vergleich zu vielen anderen Raubtieren eher einfach gestrickt. Was fressbar aussieht wird meist probiert. Eine ziemlich verrückte Idee also. Und von der ersten Minute an, wenn der Tierfilmer mit seinem Kollegen in die Gewässer des Okavango Deltas eintaucht, lebt der Film von diesem Nervenkitzel. Gleichzeitig gelingt in dieser Dokumentation jedoch etwas anderes, etwas sehr außergewöhnliches.
Begründung:
Vom ersten Augenblick an ist die Kamera hier weit mehr als ein technisches Aufnahmeinstrument. Wie ein Auge führt sie uns in ein fremdes, geheimnisvolles Reich und liefert uns Einblicke voll Zauber und Mystik. Sie teilt den Film in eine Über- und eine Unterwasserwelt und wie der Filmemacher werden wir von den Tauchgängen berauscht und die Angst vor dem Monster weicht der Neugier vor der Begegnung mit dem Unbekannten.

 


Beste Story

Bama der Gorillamann – Abenteuer in Kamerun

Ernst Sasse und Nicky Lankester, NDR

Die Zerstörung der letzten Naturräume auf unserem Planeten und der Verlust an Tier- und Pflanzenarten gehen weltweit mit erschreckender Geschwindigkeit weiter. Gleichzeitig erkennen Menschen in aller Welt aber auch, dass ihnen und ihren Kindern durch den ungebremsten Raubbau die Lebensgrundlage entzogen wird. Oft sind aber Armut und fehlende Alternativen für die Menschen in den entsprechenden Gebieten das größte Hindernis für wirksame Schutzmaßnahmen. Wirklicher nachhaltiger Naturschutz kann deshalb nur mit und nicht gegen die lokale Bevölkerung gemacht werden.
Begründung:
Der Film erzählt die Suche nach einer seltenen Tierart auf ungewöhnliche und sympathische Weise. Es sind nicht europäischer Wissenschaftler oder Abenteurer, die sich auf die Suche nach den letzten Exemplaren einer schon fast ausgestorbenen Art machen. Vielmehr ist es der einheimische
Tierpfleger Bama, der am Ende nicht nur die Verwandten seines geliebten Gorillawaisen findet, sondern die Bedrohung der letzten Naturräume seiner Heimat hautnah erlebt. Diese afrikanische Sicht, die nicht nur Naturzerstörung anprangert sondern mit viel Verständnis die Sorgen und Bedürfnisse der Menschen aufzeigt, macht den Film erfrischend anders. Eindrucksvolle Bilder und die einmaligen Aufnahmen der seltenen Cross-River Gorillas runden den Beitrag ab. Fazit: Absolut sehenswert.

2. Preis

Karawane der Bücher – Kenias Kamelbibliothek

Herbert Ostwald, ZDF/Arte

Wissen ist Macht – und bedeutet die Chance auf Wohlstand und Entwicklung. Das gilt in Zeiten von Internet und globalen Informationsströmen mehr denn je. Und während wir eher mit den Problemen der Filterung des kaum noch zu bewältigenden Informationsflusses kämpfen, sind Menschen in entlegenen Regionen oft froh, wenn Sie mit einigen Büchern einen kurzen und flüchtigen Blick auf die Welt jenseits ihrer dörflichen Gemeinschaft werfen können.
Begründung:
Der Beitrag überzeugt durch die authentische und überzeugende Geschichte, die auf angenehme und einfühlsame Weise erzählt wird. Als Zuschauer kann man schnell den anderen Takt, in dem sich das Leben in der kenianischen Halbwüste abspielt, erfühlen – weit weg von der Hektik unserer modernen Welt. Auch gefällt, dass Afrikaner die „Helden“ sind und die Dinge selbst in die Hand nehmen. Ein Beitrag, der auf angenehme Art in eine andere Welt entführt ohne diese zu romantisieren.

 


Filmpreis Bayern

ausgestattet mit 3000 Euro durch den FFF Bayern

Wilde Pyrenäen – Berge des Lichts

Jürgen Eichinger und Jens Uwe Heins, BR

Jürgen Eichinger und Jens Uwe Heins haben sich mit ihrem Film den Bergen angenommen – wenn auch nicht den bayerischen, sondern den Pyrenäen. Eine wildwüchsige, ursprüngliche Gebirgslandschaft, mediterranes Klima während der Sommermonate, ein Meer an Blüten und eine artenreiche Tierwelt: für den Naturfilmer ein Paradies. 
Begründung:
Dem Produzenten und dem Regisseur ist es gelungen die Großartigkeit einer Landschaft und ihrer Tierwelt einzufangen und zu vermitteln. Grandiose Kameraarbeit, perfekter Schnitt, idealer Musikeinsatz ziehen den Zuschauer 45 Minuten in die „fremde“ Welt.
 

2.Preis

Der Bauer, der das Gras wachsen hört

Bertram Verhaag, BR

„Ich bin ein freier Ökobauer" ist die selbstbewusste Aussage des 57-jährigen Michael Simml. Mit sechs Jahren saß er auf dem Schoß seines blinden Vaters und gab beim Pflügen die Richtung an. Bald nach der Hofübergabe 1984 stellte Michael Simml bereits um auf Ökoanbau. Heute erwirtschaftet er mit seiner Familie auf ursprünglich kargstem Boden im Bayrischen Wald höchste Erträge. Wie er das macht, das erzählt er leidenschaftlich, mit Herz und Seele.
Begründung:
Was ist stärker als ein außerordentlicher Mensch und seine außerordentliche Geschichte? Bertram Verhaag hat die richtigen filmischen Mittel gefunden sich einem bayerischen Sonderling zu nähern. Er nimmt den Zuschauer mit in die Tiefen Niederbayerns, lässt ihn teilhaben an einem etwas anderen Lebensentwurf – und einem anderen Umgang mit der Natur. Ein Film zum Anteilnehmen und Mitfühlen.

 


Umwelt- und Nachhaltigkeitsfilmpreis

Kampf um Amazonien – Razzia im Regenwald

Thomas Wartmann, SWR

Ana Rafaela D’Amico ist mit 27 Jahren Brasiliens jüngste Nationalparkchefin. Um den Regenwald zu retten, kämpft sie gegen Drogenbanden, Holzfällermafia und illegale Fischerei. Regisseur Thomas Wartmann hat sie auf einem ihrer Einsätze im Nationalpark begleitet.
Begründung:
Die Jury würdigt den Film als herausragende Reportage, die vor allem in Spannung und Dramaturgie überzeugt. Es gelingt dem Regisseur Thomas Wartmann den Zuschauer von den ersten Sekunden an in seine Geschichte zu ziehen. Im tiefen brasilianischen Urwald nähert er sich in der besten Tradition einer klassischen Reportage seinen Protagonisten – lässt sie die Kamera vergessen - und erzählt seinen realen Natur-Krimi.

2.Preis

Hannes Jaenicke: Im Einsatz für Haie

Judith Adlhoch, ZDF

Prominente im Einsatz für die bedrohte Tierwelt  - geht das? Ist das glaubwürdig? Der Schauspieler Hannes Jaenicke jedenfalls ist unterwegs im Dienste der Haie. Die Tiere sind Opfer der Ausbeutung der Meere. Gejagt wegen ihrer begehrten Rückenflosse, oder getötet als nutzloser Beifang der kommerziellen Fischerei - jede Sekunde sterben weltweit sechs Haie von Menschenhand, im Jahr an die 200 Millionen. Hannes Jaenicke sucht die Stationen des Dramas – von illegalen Flossenhändlern bis zu deutschen Fischtheken.
Begründung:
Der Film von Judith Adlhoch und Eva Gfirtner schafft, was er sich vornimmt: er berührt und rüttelt auf. Hannes Jaenicke ist ein glaubhafter Prominenter im Dienste der bedrohten Tierwelt. Er überzeugt mit seiner Empörung. In einer stringent erzählten Geschichte führen uns die Autoren von Ort zu Ort – immer den roten Faden im Blick. Eine hervorragende Reportage-Kamera begleitet Jaenicke bei seinen erstaunlich mutigen Aktionen. Und sein ernstes Entsetzen hilft dem Zuschauer über die eine oder andere Übertreibung.

 


Expedition Abenteuer

Iceman –The Lewis Gordon Pugh Story

Damon Foster und Craig Foster, NHU Africa

Warum bloß faszinieren uns Menschen so, die an ihre Grenzen gehen – und noch darüber hinaus? Tief in uns allen scheint es eine Sehnsucht nach extremen Erfahrungen zu geben. Einerseits. Anderseits sind wir ganz froh, nicht jedes Abenteuer selber bestreiten zu müssen. Wer will schon einen Schwimmrekord zwischen Eisbergen aufstellen?
Begründung:
Die Jury prämiert einen Film, der seine Zuschauer von der ersten Minute an in den Bann schlägt – durch Musik, Kamera, Schnitt. Durch spektakuläre Bilder von den eisigen Gegenden nahe der Polkappen. Und nicht zuletzt durch ein gelungenes Casting. Denn so unglaublich seine Geschichte ist, so glaubwürdig scheint uns der Mensch Iceman.

2.Preis

Testament eines Tigers – Broken Tails letzte Reise

Colin Stafford-Johnson und John Murray, ZDF/Arte

Sie zählen zu den wunderbarsten Tieren der Welt. Und zu den am meisten bedrohten. Abertausende Tiger sind in den vergangenen Jahrzehnten von der Erde verschwunden. Einer von ihnen: ein Männchen mit gebrochenem Schwanz. Was geschah mit Broken Tail?
Begründung:
Die Jury zeichnet einen Film aus, der einfache Fragen stellt – aber es sich mit den Antworten nicht leicht macht. Dessen Dramaturgie der Spur des Tigers folgt – und der seine Zuschauer so wie nebenbei in die Realität des dörflichen Indien führt. Dorthin, wo es für die Menschen - nicht anders als für die Raubkatze - täglich um Leben und Tod geht.

 


Bester Beitrag im Kinderprogramm

Die Sendung mit der Maus: Glühwürmchen

Sabine Ennulath, WDR

Eine Studie der Fachhochschule Weihenstephan im Jahre 2008 ergab, dass bayerische Schüler im Schnitt noch vier Vogelarten kennen. Acht Prozent der Schüler konnten sogar keine einzige einheimische Vogelart korrekt benennen. Natürlich betrifft dieser eklatante Mangel an Artenwissen nicht nur Vögel, sondern alle Tier- und Pflanzengruppen. Dabei ist es in Zeiten von Klimawandel und globalem Artenschwund, wichtiger denn je, Kindern einheimische Tier- und Pflanzenarten auf unterhaltsame Weise näher zu bringen. Denn: was man nicht kennt, vermisst man auch nicht!
Begründung:
Die Jury würdigt die kindgerechte und unterhaltsame Vermittlung von Wissen über eine heimische Tierart, die viele Kinder – wenn überhaupt – nur aus Kinderbüchern kennen dürften. In bewährter „Sendung mit der Maus“ - Manier gehen die Autoren dem Glühwürmchen und seinem Leuchten auf den Grund ohne dabei als Oberlehrer zu wirken. Gute Recherche, gewohnt gekonnte Texte und eine klare Erzählstruktur zeichnen den Beitrag aus.

2. Preis

Monkey Thieves

Richard Kirby

Affenhorden durchstreifen die Stadt auf der Suche nach fressbarem. Sie brechen in Wohnungen ein, stehlen arglosen Schulkindern die Pausenbrote und richten überall, wo sie auftauchen ein heilloses Chaos an. Was sich anhört wie Szenen aus einer abgewandelten Fassung von Alfred Hitchcocks „Vögel“ ist Alltag in Jaipur. Mehr als zwei Millionen Menschen und unzählige Affen teilen sich in der Nordindischen Metropole den Lebensraum und trotz aller Übergriffe lässt man die Affen gewähren, verehrt sie gar und bringt ihnen im Tempel Opfergaben. In dieser bunten, uns so fremden Welt spielt „Monkey thieves“ und ebenso ungewöhnlich wie das Umfeld ist die Machart des Beitrags: Eine Tier-Soap mit Bollywood-Elementen lässt Indien mit all seinen Gegensätzen und Eigenheiten lebendig werden.
Begründung:
Die Jury zeichnet Monkey Thieves für die technisch hervorragende und innovative Kameraführung und Schnitttechnik sowie die originelle Erzählform aus, die insbesondere Jugendliche anspricht. Wunderbare Bilder und eine ansprechende musikalische Untermalung runden den unterhaltsamen Film ab und fesseln den Zuschauer.

 


Nachwuchs- und Amateurpreis

ausgestattet mit einer Schnittsoftware von Avid Technology GmbH

Land of the Painted Mountains

Robert Morgenstern

Es geht um die Abenteuer einer Dresdner Schulklasse in der Wildnis Kanadas. Für die Jugendlichen aus der Stadt eine befremdliche Umgebung. Gemeinsam mit kanadischen Indianern durchqueren sie einen Landstrich, den kaum ein Mensch zuvor betreten hat. Es ist eine Reise, ein Experiment und ein einschneidendes Erlebnis.
Begründung:
Auf einfühlsame Weise begleitet der Regisseur Robert Morgenstern die Dresdner Schüler und erlebt mit ihnen ein Abenteuer. Schnell wird klar, wie weit die Großstadtjugendlichen vom Leben in der Natur entfernt sind. Der Film zeigt Entwicklungen, ohne typische Klischees zu bedienen. Manche der Schüler öffnen sich und lernen, anderen bleibt die Natur so fremd, wie sie vorher war. Und trotzdem bewegt der Film etwas bei den Schülern und auch beim Zuschauer: Er regt zum Nachdenken an. Die inneren Monologe der Jugendlichen ermöglichen es, ihre Gedankengänge nachzuvollziehen. So bleibt der Film nicht an der Oberfläche des Abenteuers hängen, sondern dringt tiefer.

2.Preis

Liebe im Schneckentempo

Egon Lackinger und Maria Lackinger

Warum ekeln sich die meisten von uns vor Schnecken? Hat es etwas mit der Angst zu tun, die kleinen Wesen könnten alle Gartenpflanzen räubern? Oder ist es ihr Aussehen? Die Abneigung gegenüber den Schnecken drückt sich zumindest deutlich in der Vielzahl der Vernichtungsmittel aus.
Begründung:
Den Amateurfilmern Maria und Egon Lachinger gelingt es mit ihren sorgfältig inszenierten Bildern und Wortwitz, den Zuschauer für Schnecken einzunehmen, ja zu interessieren. Der österreichisch gefärbte Kommentar verleiht dem Film zusätzlichen Charme.

 


NaturVision Ehrenpreis

Karl Friedrich Sinner

 

 


Publikumspreis

Unser Publikum hat seinen Favoriten gewählt: Der Publikumspreis geht an Bertram Verhaag für den Film "Der Bauer, der das Gras wachsen hört".


NaturVision Filmfestival 2010

Flash ist Pflicht!

NaturVision

NaturVision auf dem Baumwipfelpfad

Neben dem bewährt charmanten WaldKino kann NaturVision durch die Kooperation mit der Kötztinger Erlebnisakademie mit einer weiteren Attraktion im Außenbereich aufwarten: Kombi-Tickets ermöglichen den Festivalgästen den Eintritt zum weltweit größten Baumwipfelpfad nahe am Hans-Eisenmann-Haus. Vom 44m hohen Aussichtsturm hat man einen wunderbaren Ausblick auf die Landschaft der Region am Nationalpark und das Festivalgelände mit seinen insgesamt vier Spielstätten. Neu hinzu gekommen ist in diesem Jahr das KinoZelt, das Filmschauen in gemütlicher Zirkuszelt-Atmosphäre möglich macht. Denn für die vielen interessanten Filme war im Spielplan bisher oft der Platz denkbar knapp!
Das Kombi-Ticket ist direkt im Festivalbüro erhältlich, Informationen über den Baumwipfelpfad finden Sie hier.