NaturVision - Preisträger 2008
Bester internationaler Beitrag
Sharkman
(Regie: Joe Kennedy, Kamera: Craig & Damon Foster, Schnitt: Mike Dutton)
Haie – es gibt nur wenige Tiere, die einen schlechteren Ruf haben. Sie gelten als kaltblütige Mörder, die einen Menschen bei jeder sich bietenden Gelegenheit verschlingen. Völlig zu Unrecht, wie der südafrikanische „Sharkman“ Michael Rutzen findet. Mit einzigartigen Experimenten möchte er das Image der verrufenen Meeresräuber aufpolieren und zeigt dies in bisher nie gefilmten Bildern. So gelingt es dieser Dokumentation, mit außergewöhnlichen Verhaltensszenen freilebender Haie tatsächlich etwas Neues, Fesselndes zu präsentieren. Ein Film, der auch Hai-Gegner faszinieren wird.
Zweiter Preis:
The Return of the Musk Ox
(Regie und Kamera: Vasili Sarana, Schnitt: Liina Trishkina)
Bester deutscher Film
Das Abenteuer der Eisbärenkinder
(Regie und Kamera: Thomas Behrend, Schnitt: Patrick Wolters)
Knut ist nicht mehr knuffig – und aus den Schlagzeilen verschwunden. Seine Artgenossen in freier Wildbahn könnten eines Tages sogar von der Erde verschwinden, denn das einstmals „ewige Eis“ der Arktis schmilzt dahin. Vor diesem Hintergrund erscheint das Porträt einer Eisbärenfamilie in ihrer natürlichen Umgebung umso bedeutungsvoller. Dieser Film hat die Jury vor allem durch seine Intensität beeindruckt. Ob Nahaufnahmen von Eisbärenjungen beim Streit um die beste Zitze oder Jagdszenen eines Eisbären, der vergeblich einer verletzten Ringelrobbe nachstellt: Kamera und Schnitt verweben die einzelnen Episoden vorbildhaft zu einer dramaturgisch stringent erzählten Handlung.
Zweiter Preis:
Die Türkei
(Regie: Jan Haft, Kamera: Jan Haft, Markus Rüth, Kay Ziesenhenne, Schnitt: Robert Morgenstern)
Filmpreis Bayern
Mein Isental
(Regie: Jan Haft, Kamera: Kay Ziesenhenne, Jan Haft, Rolf Steinmann, Schnitt: Kathrin Schröder)
Das oberbayerische Isental ist gefährdet: Landwirtschaftliche Monokulturen und ein geplanter Autobahnbau bedrohen diesen Landstrich und seine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Außergewöhnliche Blickwinkel und faszinierende Einstellungen, sehenswerte Kranfahrten, Zeitlupe und Zeitraffer: bei diesem ambitionierten Projekt kommen alle nur denkbaren filmischen Mittel zum Einsatz und rücken die erhaltenswerten Naturschönheiten des Isentals kongenial ins rechte Licht. Die Intention dieser Dokumentation ist eindeutig, die Entscheidung der Jury ebenso.
Zweiter Preis:
Goldene Wachau – Schatz an der Donau
(Regie und Kamera: Jürgen Eichinger, Schnitt: Chris von Lübke).
Beste Kamera
Die Traun – Ein Fluss wie ein Kristall
(Regie: Klaus Feichtenberger, Erich Pröll, Kamera: Erich Pröll, Hubert Doppler, Schnitt: Sonja Lesowsky)
Die Traun, ein kleiner Fluss in Österreich ist kein bildgewaltiges Thema, möchte man meinen. Doch der Film nimmt uns nicht nur mit auf eine geographische Reise von der Quelle bis zur Mündung, sondern auch auf eine Zeitreise durch unterschiedlichste Epochen einer interessanten Kulturlandschaft. Neben dem virtuosen Einsatz von Licht macht vor allem die Vielfalt der Perspektiven die Reise entlang der Traun zu einem optischen Genuss und gewährt Einblicke, die den meisten Besuchern der Region verborgen bleiben.
Zweiter Preis:
Mein Isental
(Regie: Jan Haft, Kamera: Kay Ziesenhenne, Jan Haft, Rolf Steinmann, Schnitt: Kathrin Schröder)
Beste Story
Monkey Thieves
(Regie: Allison Bean, Kamera: Richard Kirby, Schnitt: Gary Thomas)
Es geht um Macht und Ohnmacht, um Sieg oder Niederlage, um Führen oder Folgen. Die Akteure kämpfen um ihren Platz in der Gesellschaft – und ums nackte Überleben. Das mag nur allzu menschlich wirken, aber in diesem Fall betrifft es Affen in der indischen Stadt Jaipur. Die Jury würdigt die packende und mitreißende Gestaltung dieser „animalischen Doku-Soap“ über das Schicksal einer Makakenhorde. Man lebt und leidet mit, wenn die Protagonisten in den Straßen und auf den Dächern von Jaipur spielen oder streiten, fressen oder rasten. Kamera und Schnitt, Ton und Musik setzen starke Akzente, die hervorragende Regie sorgt für einen dramaturgisch überzeugenden Film.
Zweiter Preis:
Jaglavak - Prince des Insectes
(Regie: Jerome Raynaud, Kamera: Benoît Segur, Schnitt: Deborah Braun)
Bester Film im Kinderprogramm
Löwenzahn: Schlangen – geheimnisvolle Verstecke
(Regie: Wolfgang Eißler, Kamera: Martin Meyer, Schnitt: Andrea Wenzler)
Schlangen gelten als tückisch, schleimig und tödlich giftig. Schon der bloße Gedanke an eine Schlange verursacht bei vielen Menschen Gänsehaut. Dabei ist die Abscheu meist anerzogen. Umso wichtiger, dass ein Kinderprogramm früh gegensteuert, damit veraltete Klischees nicht noch mehr Verbreitung finden. Mit sicherem Gespür für Witz und Dramaturgie gelingt es Fritz Fuchs, einer rätselhaften Riesenschlange in Bärstadt nachzuspüren. Dabei entkräftet er manches Vorurteil, und man erfährt viel Wissenswertes über die ungeliebten Reptilien. Da können auch große Kinder nicht abschalten!
Zweiter Preis:
Zurück in die Freiheit
(Regie und Kamera: Klaus Tümmler, Schnitt: Matthias Semmler)
Wissenschaftspreis
Räumkommando Riesenratte
(Regie: Herbert Ostwald, Kamera: Roland Gockel, Norbert Röttcher, Schnitt: Stefan Kolbe)
Ratten – igittigitt! Viele Menschen ekeln sich vor den Nagern. Im afrikanischen Mozambique jedoch sorgt ein wichtiges Projekt für Imagepflege: Dort werden Riesenratten höchst erfolgreich bei der Minensuche eingesetzt. Die Ratten helfen so, Menschenleben zu retten. Diese Erfolgsstory wird auf wunderbar leichte Art und Weise erzählt und verwandelt mögliche unterschwellige Abscheu in offene Sympathie. Die Geschichte des Projektgründers, die Berichte eines „Rattenvaters“ und die Biographie des Hauptdarstellers – Riesenratte „Miss Marple“ – sowie die positive Reaktion der Bevölkerung sind dramaturgisch wirkungsvoll miteinander verknüpft und machen diese Dokumentation so unterhaltsam wie lehrreich.
Zweiter Preis:
Wüsten im Vormarsch – Europas Süden trocknet aus
(Regie: Ingo Herbst, Kamera: Jochen Schmoll, Birgit Tiletzek, Schnitt: Andreas Tiletzek)
Preis der Jugendjury
Monkey Thieves
(Regie: Allison Bean, Kamera: Richard Kirby, Schnitt: Gary Thomas)
Wir haben uns nach reiflicher Überlegung und schier nicht enden wollenden Diskursen für Allison Beans „Monkey Thieves-Monsoon Showdown“ entschieden, da er einerseits über eine, durch den hektischen Schnitt und das Ausbleiben überflüssiger Abschweifungen über angenehme Kurzweiligkeit verfügt. Außerdem gewährt uns die Handlung um die Protagonisten „Tarak“, der Anführer, und „Rani“, seine Gemahlin, durch subtile Parallelen zum gesellschaftlichen Leben Jaipurs einen unaufdringlichen Einblick in die indische Kultur.
Ein weiterer Aspekt, der für unsere Entscheidung grundlegend war, findet sich in der prägnant einfühlsamen Darstellung von Mimik und Gestik, welche perfekt mit der Vertonung harmoniert, und wodurch sowohl Glück als auch Leid der Rhesusaffen mit außergewöhnlicher Anschaulichkeit aufgezeigt werden.
Rádi bychom Vás nejprve privítali za ceskou cást této poroty, která mela za úkol behem 3 uplynulých dnu vybrat z prihlášených filmu ten nejlepší. Úroven všech 23 shlédnutých snímku byla velmi vysoka a vyrovnaná. I presto vycníval jeden z nich a to film Monkey Thieves, který nás uchvátil svým vtipem, technickou kvalitou a emotivne propracovaným dejem. Ale presto si zaslouží obdiv všechny snímky.
Publikumspreis
Unser Publikum hatte selbstverständlich auch ein Wörtchen mitzureden und vergab am Sonntag, 27.Juli, den Publikumspreis an
Räumkommando Riesenratte
(Regie: Herbert Ostwald, Kamera: Roland Gockel, Norbert Röttcher, Schnitt: Stefan Kolbe)
In Reaktion auf die Anmerkungen unserer jungen Besucher hat sich die Festivalleitung entschieden für die Vergabe
Kindervotum für den besten Film im Kinderprogramm
für die beiden Filme
Löwenzahn: Schlangen – geheimnisvolle Verstecke
(Regie: Wolfgang Eißler, Kamera: Martin Meyer, Schnitt: Andrea Wenzler)
und
Zurück in die Freiheit
(Regie und Kamera: Klaus Tümmler, Schnitt: Matthias Semmler)
Fotos Festival 2008

Klimafreundliche Anreise
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